Von der Idee zur Gründung

11-2014
Die Geburt des HUMBOLDT DSCHUNGEL
Im DER SPIEGEL 47/2015 erscheint der Artikel „Beton statt Barock“ in dem prognostiziert wird, dass möglicherweise nicht genug Spenden für die privat finanzierte, historisierende Barockfassade am Humboldt Forum zusammenkommen. Was tun? – DER SPIEGEL: „Auf den Bund als Nothelfer sollten sie lieber nicht hoffen. „Es gibt keinen einzigen Cent mehr vom Bund als die beschlossenen 478 Millionen Euro“, sagt der Grünen-Abgeordnete Sven-Christian Kindler, der im Haushaltsausschuss mit dem Schloss befasst ist. Die Steuerzahler dürften nicht „für Luxuselemente und die teure Fassade bei diesem fragwürdigen Prestigeprojekt die Zeche zahlen“.

Natürlich kann ein solches Projekt nicht über Gebühr lange in einem Rohbauzustand verbleiben. Unsere Idee HUMBOLDT DSCHUNGEL entsteht: Statt öffentliche Ressourcen für eine private Spendenkampagne mit ungewissem Ausgang auszugeben, warum nicht die Gelder für eine temporär begrünte Fassade nutzen? Bei der alle bereits vorhandenen und finanzierten Fassadenteile montiert sowie alle noch offenen Flächen aufregend begrünt und sukzessive später ergänzt werden – möglicherweise mit zeitgenössischen Elementen, die mit den Sammlungen und Berlin korrespondieren. – Eine derartige Gestaltung visualisiert nicht nur die interdisziplinären Denkansätze der Humboldt-Brüder und die Expeditionen Alexander von Humboldts in neue Welten sondern auch die Vielgestaltigkeit der zukünftig beherbergten Ausstellungen. Und letztlich steht eine grüne Fassade auch für ein innovatives Deutschland, wo Stadt neu gedacht wird. Wir schreiben einen Leserbrief.

Winter 2015
Der Start der Kampagne
Nachdem wir – Uta Belkius, Notker Schweikardt – mit unzähligen BerlinerInnen und Fachleuten über unseree Idee sprachen, stießen wir auf soviel spontane Begeisterung, dass wir beschlossen, unsere Vision ernst zu nehmen und konkret in eine Debatte einzubringen. Es wurde schnell klar, dass es um mehr geht, als um eine Begrünung und den Versuch dem künftigen Inhalt der Sammlungen auch äußerlich gerecht zu werden. Es geht darum, wie wollen wir aktiv in die Ausgestaltung des HUMBOLDT FORUM eingebunden werden, welche Rolle spielt die Stadtgesellschaft in der Diskussion um Inhalte und Kommunikation und welche Formate können wir mitentwickeln, die auch in den nächsten Jahrzehneten ihre Relevanz behalten? Wir nehmen Kontakt mit wichtigen Akteuren der Stadt auf und bereiten eine Kampagne vor.

6-2015
Die Entstehung der ersten Visualisierung
Keine Kampagne funktinioniert ohne Eycatcher, ohne Visualisierung. Auf der Suche nach einem Büro, dass uns dahingehend unterstützen kann, treffen wir auf Hybrid Space Lab. Fasziniert von unserer Vision, helfen sie uns bei der Umsetzung unseres Bildes. (Bild: © Uta Belkius 3/2016 –  Mitwirkung Hybrid Space Lab — Vorlage: © Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum / Architekt: Franco Stella mit FS HUF PG)

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6-2015 bis 2-2016
Zusammenarbeit mit Hybrid Space Lab
Das Projekt Humboldt Dschungel wurde  dann im Zeitraum vom 14.6.2015 bis zum 18.2.2016 von Uta Belkius, Notker Schweikhardt sowie Hybrid Space Lab gemeinsam bearbeitet. Die ursprüngliche Idee einer kreativen und mit den Sammlungen korrespondierenden Fassadenbegrünung des Humboldt Forums kam – wie bereits gesagt – von Uta Belkius und Notker Schweikhardt.

6-7-2015
Erste Veranstaltung
Wir stellen im Rahmen der Veranstaltungsreihe GRÜN.kulturell unter dem Titel „Grün statt Beton – Dschungel-Fassade für das Humboldt Forum Berlin“ unser Projekt das erste Mal einer Fachöffentlichkeit zur Diskussion. Dabei sind viele wichtige Akteure, u.a.von der Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum, der Architektenkammer, dem Bund der Landschaftsarchitekten, VertreterInnen aus Politik, Architektur und den Staatlichen Museen aber auch der Initiator der Barockfassade Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer vom Förderverein Berliner Schloss e.V.. Brigitte Werneburg berichtet zwei Tage später in der taz.
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Sommer/Herbst 2015
Konzeption und Marketing
Wir sprechen mit verschiedenen Verantwortlichen über temporäre Realisierungsmöglichkeiten, mit potentiellen Partnern über gemeinsame Themenschwerpunkte, Workschop-Reihen und Symposien. Auf Basis aller internen und externen Gespräche erweitern wir unser Konzept und seine Module zum HUMBOLDT DSCHUNGEL, von einer grün-künstlerischen Fassade über einen temporären Dachgarten, ein Gewächshau-Pavillion als Informations- und Begegnungszentrum bis hin zu einem Humboldt-Koffer als Botschafter in die Welt oder Projektionen an der Westfassade, die Einstimmen auf das zukünftige Forum. Unsere Website geht an den Start, Postkarten und eine Selbstdarstellung werden gedruckt.

11/12-2015
Die Entscheider sind informiert
Nachdem wir die meisten, relevanten Entscheider direkt mit unserer Idee bekannt gemacht haben, beschließen wir als nächstem Schritt, nach PartnerInnen in der Zivilgesellschaft zu schauen. Wir laden deshalb für Ende Januar zu einem ersten UnterstützerInnentreffen ein.

29-1-2016
Das HUMBOLDT DSCHUNGEL-DINNER
Berliner ExpertInnen, von der Kulturpolitischen Gesellschaft, der Architektenkammer, dem Bund der Landschaftsarchitekten bis hin zum WWF und verschiedenen Stiftungen, treffen sich, um das Projekt zu diskutieren und zu befördern. Einhellig äußern sich alle Gäste, dass es nun unter anderem darum geht auch auf Bundesebene Verantwortliche verbindlicher anzufragen und Fördermöglichkeiten für den Workshopprozess zum Humboldt Forum als auch für eine Stadtkampagne zu evaluieren. DIE ZEIT und Deutschlandradio berichten über HUMBOLDT DSCHUNGEL.
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19-2-2016
Ende Gründungsphase, Zuwachs im Team
Wibke Behrens kommt als Kommunikationsexpertin mit ins Boot. Unser Konzept mit all seinen Bausteinen wird nach dem HUMBOLDT-DSCHUNGEL DINNER feinjustiert, steht Ende Februar und überzeugt unsere MittsreiterInnen. Gemeinsam sprechen wir nun weitere Verantwortliche auf der Bundesebene an und laden diese gleichzeitig zu einem Runden Tisch in den Berliner Dom ein.

9-3-2016
HUMBOLDT DSCHUNGEL Runder Tisch
Alle Bausteine zum Humboldt Dschungel werden bei einer Veranastaltung im Berliner Dom in Ihrer Endfassung vorgestellt und aus verschiedener Sicht diskutiert, von Gästen aus der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Stiftung Zukunft Berlin, der Architektenkammer Berlin, des Bundes der Landschaftsarchitekten, zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie der Politik. Alle bemerken höchst positiv, dass es bei dieser Kampagne um die nötige Aufladung des Gebäudes geht, eine stärkere Anbindung an die Stadt Berlin, um die Ermöglichung der individuellen Aneignung des Baus, des Konzeptes und der Vermittlung der Programmatik. Dieser Debatte wird mit dem HUMBOLDT DSCHUNGEL, gerade in Bezug zu den namensgebenden Brüdern Humboldt, ein Ort geschaffen. Zum inhaltlichen Diskurs sollen in dem verbleibenden Zeitraum bis zur Eröffnung des Humboldt Forums Fragen nach Inhalt, Anspruch, Funktion und Form den nötigen Raum erhalten. Und es geht auch um Berlin als grüne Stadt mit Kultur für Alle. Das Potenzial des HUMBOLDT DSCHUNGEL liegt dabei gerade in der Herangehensweise über Dialog, Partizipation, Diskussion, einer Ideenbörse und Workshops.
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1-4-2016
von HUMBOLDT DSCHUNGEL zu  Coop. HUMBOLDT–DSCHUNGEL
Unser Projekt geht in die nächste Etappe. Wir wollen die Debatte noch mehr fokussieren und gleichzeitig differenzieren. Es ist uns wichtig, die Assoziationen über eine reine Fassadenbegrünung hinauszulenken. Deshalb erscheint es uns sinnvoll, HUMBOLDT DSCHUNGEL als einen Baustein künftig zu integrieren unter der Dachmarke COOP. HUMBOLDT–DSCHUNGEL.