Grüne Stadt und Kultur für Alle am Humboldt Forum – Bausteine und Debatte

Coop. HUMBOLDT-DSCHUNGEL realisiert mit seinem ergänzenden Konzept zur Fassaden- und Freiraumgestaltung am Humboldt Forum einen Beitrag zur Grünen Stadt genauso wie zur sichtbaren Idee von Kultur für Alle. Auf dieser Basis könnte ganz im Sinne der Gebrüder Humboldt  das Forum auch  von außen begreifbar über eine rein museale Nutzung im herkömmlichen Sinne hinausführen. Mit seinen verschiedenen Bausteinen sollen Impulse für einen Debattenprozess gegeben werden. Es geht um die Frage nach Gesellschaft und ihrem Umgang mit Geschichte, mit Kulturorten, mit Stadtraum als auch mit Visionen – und letztlich wie wir in Zukunft auf dieser Welt zusammenleben wollen.
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  • Eine sensibel ergänzende Grünfassade mit vorgelagerten ­Garteninseln aus Pflanzengesell­schaften verschiedenster Kulturen in Kombination mit Kunstobjekten verbinden Äußeres und Freiraum des Humboldt Forums mit seinen Themen: Eine asiatische Pflanzen-Bildwand, eine afrikanische Brunnen-Oase (Bilder links), Südseeboote, indianische Totempfähle (Bilder rechts), ein Garten-­Sitzbank-Rondell, eine (pink-)farbig pulsierende Bodenlichtröhre, die das gesamte Areal modern rahmt, eine Stauden-Promenade am Ufer, Steingärten, temporäre Kunst in Bezug zu den Ausstellungen …
    grüne Fassade Humboldt Forum   afrikanischer Brunnen statt Neptunbrunnen   botanischer Pavillon Humboldt Forum   botanische Promenade Humboldt Forum mit Südseeboot 
  • Ein Dachgarten neben dem Dach­café vermittelt Aspekte von Natur, Ernährung und Pflanzen, macht diese kulturell erlebbar und knüpft inhaltlich an die Sammlungen im Humboldt Forum und auf der Museumsinsel an.
  • Ein Garten-Pavillon-Gewächshaus – zu 100% aus recycelten Materialien – ist öffentlicher„Showroom“ für Pflanzen mit Bezug zu den Sammlungen, Diskursort und Informationspunkt. (Planung: MINIWIZ)
        botanischer Humboldt Pavillon von innenbotanischer Humboldt Pavillon von außen
  • Die Humboldt-Koffer sind via Internet vernetzte, begehbare Container, die als Botschafter auf Weltreise gehen. In den reisenden „Koffern“ wird vor Ort der Kontakt zum Humboldt Forum hergestellt und in Berlin wird live aus den Reisestationen berichtet.
  • Mit kupferfarbenen Scheiben an der Ostfassade an den ehemaligen Palast der Republik erinnern.
  • Temporäre Projektionen schlagen z.B. mittels „Dschungel-­Bildern“ eine Brücke zwischen den Herkunftskulturen und den NutzerInnen des Forums und lassen es auch nachts leuchten.
  • Workshops und Symposien des Humboldt Dschungels laden Akteure der Zivilgesellschaft ein zum Thema Natur und Kultur.
  • Visualisierung und Bausteine entwickelt  2014/2015, Visualisierung in der jetzigen Form 2017

Nach der langerwarteten Präsentation der inhaltlichen Entwicklung des Humboldt-Forums durch Neil McGregor am 3.11. 2016 scheinen Idee und Spirit der namensgebenden Humboldt-Brüder real in die Ausstellungs- und Veranstaltungskonzeption des Hauses einzufließen. Wir begrüßen die Absicht, dass der Blick  künftig über den „Kunstkammer-Tellerrand“ hinaus auch interdisziplinär auf Kultur, Wissenschaft, Forschung, Natur und Umwelt gerichtet und einem Austausch, sowohl mit BesucherInnen als auch der Zivil- und Stadtgesellschaft, Raum gegeben werden soll. Das ist sehr erfreulich – wenn sich diese Gedanken künftig auch wirklich mit Leben füllen. Unsere Forderung des sich „zu eigen machen“ des Raumes finden wir in dieser Haltung wieder und freuen uns auf den weiteren Entwicklungsprozeß. 

II   Sehr viel stärker würden wir es nach wie vor begrüßen, wenn auch die Aussenfassade diesen Geist widerspiegelt, denn so bleibt es nach wie vor ein tragischer Fall einer misslungenen, konzeptlosen Gebäudeentwicklung. Und das, obwohl die für die Barockattrappe initiierte,  private Spendensammlung noch immer Risiken birgt und die Steuerzahler bereits jetzt in Vorleistung gehen müssen. Ob das Geld je zurückgezahlt wird, bleibt offen.

Bild: © Uta Belkius – Bildvorlage Humboldt  Forum © SHF/ Architekt: Franco Stella mit FS HUF – Dank an monokrom für die Unterstützung bei der Visualisierung und an MINIWIZ für die Planung des Pavillons