COOP. HUMBOLDT-DSCHUNGEL

Das Projekt COOP. HUMBOLDT-DSCHUNGEL ist eine kritisch-künstlerische Intervention, bei der es um mehr geht als „nur“ eine Begrünung des Humboldt Forums – wir wollen einen breiten, politischen Diskurs befördern.

Unser Ziel

  • Gegner und Befürworter des „Barockschlosses“ versöhnen.
  • Eine Ahnung davon vermitteln, dass das Humboldt Forum mehr sein sollte als ein Museum.
  • Symbol sein für eine Stadt mit Historie und modernen Zukunftsvisionen.
  • Das Zusammenspiel von Kultur, Kunst und Wissenschaft im Inneren des Gebäudes auch außen veranschaulichen – schon vor der Eröffnung.
  • Themen zu Stadtentwicklung und Natur an diesem international wirksamen, kulturell geprägten Ort kommunizieren.

Es wird in Berlin seit vielen Jahren und nicht müde werdend untereinander sowie öffentlich darüber gestritten, ob wir ein Schloss brauchen und wofür überhaupt. Das Spannungsfeld Stadtschloss-Replik versus Humboldt Forum ist noch nicht befriedet, die Frage nach Inhalt, Anspruch, Funktion und Form noch nicht beantwortet. Dieser Debatte wollen wir durch den HUMBOLDT DSCHUNGEL einen Ort verschaffen. Durch eine temporäre Botanisierung der Fassade und des Daches des Humboldt Forums, durch begleitende Workshops und Veranstaltungen spricht unser Projekt eine Einladung aus: Hier kann ein Ort sein, an dem etwas gedeiht. Und durch Nutzung von Pflanzen, die zum Teil schon Alexander von Humboldt auf seinen Dschungelreisen umgaben, wollen wir versuchen, seinem Namen gerecht zu werden – mit allem, wofür er heute steht: Kultur, Natur, Visionen und vor allem dem Forscherdrang, allem Neuen offen zu begegnen.

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Einen Nebeneffekt für die Verantwortlichen der Schlossfassade wollen wir dabei nicht unerwähnt lassen: Für die bisher noch nicht ausreichend finanzierte, historisch anmutende Fassade wäre diese Zwischennutzung eine niveauvolle zeitliche Entlastung – ebenso wie für die Entwicklung einvernehmlicher Nutzungskonzepte.

COOP. HUMBOLDT-DSCHUNGEL Dschungel thematisiert mit und auf der sichtbaren, bepflanzten Oberfläche die Frage nach Gesellschaft und ihrem Umgang mit Geschichte – und wie wir in Zukunft auf dieser Welt gemeinverträglich zusammenleben wollen.

Die Überlegung: Vorhandene und bereits jetzt finanzierte Barockfassadenteile werden wie geplant montiert, aber alle noch offenen Flächen botanisch sinnstiftend bepflanzt und sukzessive – nach Produktions- und Finanzstand ergänzt. Eine derartige Gestaltung visualisiert nicht nur den interdisziplinären Denkansatz der Gebrüder Humboldt, sie symbolisiert auch die Herkunft der zukünftig beherbergten Sammlungen. Gleichzeitig steht eine aufregend grüne Fassade für einen Ort, an dem Stadt und Museum neu gedacht werden.

Bild: © Uta Belkius – Bearbeitung: © Belkius und Mitwirkung Hybrid Space Lab
Vorlage: © Stiftung Berliner Schloss-Humboldtforum / Architekt: Franco Stella mit FS HUF PG